Info

  • Hardware
  • Brian Jepson
Raspberry Pi als Apple II verkleidet: Den LinApple-Emulator bauen und nutzenRaspberry Pi als Apple II verkleidet: Den LinApple-Emulator bauen und nutzen

Raspberry Pi als Apple II verkleidet: Den LinApple-Emulator bauen und nutzen

Synopsis

Zum letzten Maker Monday vor Halloween verkleidet der Raspberry Pi Blog einen Raspberry Pi als Apple II von 1977. Das Tutorial stammt aus dem Buch The Raspberry Pi Guide to Retro Gaming. Es beginnt mit einem historischen Überblick: Der Apple II gehört zusammen mit Commodore PET und TRS-80 zur “Dreifaltigkeit” von 1977, und Steve Wozniak entwarf ihn nach seiner Arbeit an Ataris Breakout mit Blick auf Spiele. Der praktische Teil zeigt, wie man den Emulator LinApple aus dem Quellcode kompiliert und konfiguriert. Danach startet man das Image Master.dsk und probiert ein kurzes BASIC-Programm aus, das ein Quadrat per WASD-Tasten über den Bildschirm bewegt. Zum Schluss folgen nützliche BASIC-Befehle, ein Hinweis auf die Type-in-Programme von Lee Fastenau und Werbung für das Buch.

Zusammenfassung

Der Apple II war weder der erste Personal Computer noch die stärkste Spielemaschine seiner Zeit. Dennoch bot er Farbgrafik, Paddle-Unterstützung und Ton, alles geprägt von Wozniaks Erfahrung mit Breakout. Der eingebaute Ton beanspruchte die CPU stark, weshalb Erweiterungskarten wie das Mockingboard beliebt wurden. Wozniaks Integer BASIC verzichtete zugunsten der Geschwindigkeit auf Gleitkommazahlen. Das umfangreichere Applesoft BASIC kam zunächst auf Kassette und wanderte ab dem Apple II Plus in den ROM.

Das Tutorial verwendet LinApple, einen Linux-Fork von AppleWin, und erwähnt außerdem den AppleWin-Fork von audetto, der näher am Original bleibt. Da LinApple nicht über apt verfügbar ist, kompiliert man es selbst, und zwar in diesen Schritten:

  • das System aktualisieren;
  • die Abhängigkeiten installieren: git, g++, cmake, SDL3, libzip, libcurl, zlib und imagemagick;
  • das Repository klonen;
  • mit cmake und -j4 konfigurieren und bauen;
  • nach /usr/local installieren.

Anschließend kopiert man linapple.conf und Master.dsk ins Home-Verzeichnis. In der Konfiguration setzt man Joystick 0 auf 4, damit die Maus als Joystick dient, und Screen factor auf 2.5 für ein größeres Fenster. Im Emulator gibt F1 die Maus frei, und F6 schaltet in den Vollbildmodus.

Das Beispielprogramm zeichnet ein Quadrat in hochauflösender Grafik. Es liest die Tastatur über PEEK(-16384) aus, löscht den Keyboard-Strobe mit POKE -16368, bewegt das Quadrat per WASD und begrenzt die Position auf den Bildschirmrand. Der Artikel erklärt, dass die wechselnden Farben der senkrechten Linien von Artefaktfarben stammen: Der Apple II erzeugt ein monochromes Signal und gewinnt die Farben über Signaltricks. Danach folgen die Befehle TEXT, LIST, RUN, NEW, CATALOG, SAVE, LOAD und CTRL+C. Der Artikel weist außerdem darauf hin, dass viele Spiele Binärdateien und keine BASIC-Programme sind.

Kritische Analyse

Das Tutorial ist freundlich geschrieben und gut aufgebaut. Der historische Teil gibt der Praxis einen Rahmen, und die Erklärung der Artefaktfarben ist didaktisch gelungen. Es gibt jedoch einige Schwächen.

Der Text lobt Integer BASIC, das Beispielprogramm ist wegen HGR und HCOLOR aber Applesoft BASIC und läuft am ”]“-Prompt. Das kann Einsteiger verwirren.

Mehrere Befehle sind auf zwei Zeilen umbrochen und scheitern beim Kopieren: apt install, git clone und der Startbefehl von linapple.

Kleinere Fehler sind ein BASIC-Listing, das als Shell-Code markiert ist, und eine Routine namens “cube”, die tatsächlich ein Quadrat zeichnet.

Außerdem fehlt eine Anleitung, wie man echte Spiele lädt oder legale Disk-Images findet, und der Schluss ist klar werblich. Insgesamt ist es ein solider Einstieg, bei dem Leser aber auf die Details achten müssen.

Vor- und Nachteile

VorteileNachteile
Unterhaltsamer historischer KontextVerwechslung von Integer BASIC und Applesoft BASIC
Vollständige Build-Anleitung Schritt für SchrittUmbrochene Befehle scheitern beim Kopieren
Gute Erklärung der ArtefaktfarbenKeine Hinweise zum Laden oder Beschaffen von Spielen
Einfaches, gut erklärtes BeispielprogrammKleine Fehler (Shell-Label, “cube” statt Quadrat)
Verweise auf alternative Forks und RessourcenTeilweise werblicher Charakter

Quellen

Autor: Brian Jepson
URL: https://www.raspberrypi.com/news/emulate-apple-ii-on-raspberry-pi/
Veröffentlichungsdatum: 2026-10-26

Rechte und Quellenangaben

Bilder, Logos und Fotografien sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Verwendet für Kommentarzwecke.


← Back to blog